Sich einen Zwischenraum schaffen, der von Menschenhand festgelegte geographische Grenzen überschreitet, nennt sich seit einiger Zeit Transnationalität. Ich glaube, auch ich versuche mir hier diese Räume zu erschaffen, die die afrikanische mit der deutschen beziehungsweise westlichen Welt verbinden. Und dabei bin ich erst am Anfang.
Psychoanalytiker nennen es emotionales Auftanken beziehungsweise Aufladen der inneren Batterien. Es fühlt sich auch wirklich so an. Heute Abend bin ich mit einer Freundin spontan auf eine Party unter freiem Himmel gegangen, die von der Fachschaft für Ethnologie veranstaltet wurde. Wow! Unter unseren teils nackten Füßen das feuchte Gras, über uns kleine Laternen in den uns umgebenden Bäumen. Zwar sind die Sterne hier vom Smog verdeckt und niemals so schön wie im, dem Äquator nahe gelegenen, Uganda. Dennoch lebe ich auf zu den Klängen vertrauter Musik, bewege mich wie von selbst zu den Trommeln und dem dumpfen Bass. Mein Herz lacht. Mein Körper tanzt. Meine Seele kommt zur Ruhe.
Ebenso der Kontakt zu anderen Afrikanern, die für mich eine Brücke darstellen zwischen meiner und ihrer Kultur. Auch wenn wir alle uns anpassen müssen, so verlieren wir doch nicht alle unsere Erfahrungen im Rausch der Zeit. Nein, wir halten uns fest an der Gelassenheit und dem Essen, an dem Draußen-Sein und der Musik.
Es ist möglich, sich ein eigenes kleines "Land" zu schaffen.
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