Auf dem Tisch im Büro liegt eine Einkaufstüte, gefüllt mit Pralinen. Wir wundern uns über dieses stumme Zeichen der Anerkennung. Auf einem beiliegenden Zettel steht der Name eines Bewohners. Schließlich hören wir: er ist als Flüchtling anerkannt worden und darf nun bleiben. Das Bangen, das Warten hat ein Ende für ihn.
Hier wird Geschichte geschrieben: Lebensgeschichte. Das Schwanken zwischen Hoffnung und Angst ist Alltag für die Flüchtlinge, die noch auf den Bescheid warten. Manche haben versucht, sich umzubringen. Andere schaffen es, ihren Alltag zu beleben. So wie die ältere Dame, die mit abwesendem Blick hinter der Unterkunft in ihrem Gehwagen sitzt. Ihr runzeliges Gesicht heitert sich auf, als ich sie grüße. Die Sonne lässt es leuchten. Als ich weitergehe, folgt sie mir. Als sie bemerkt, dass ich kein Arabisch spreche, holt sie ihren Sohn dazu und lässt ihn übersetzen. So kommen wir in Kontakt. Eine ganze Familie lebt hier. Was haben sie erlebt? Ich kann sie nicht fragen, noch kennen sie mich nicht.
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