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Dienstag, 18. Februar 2020

Refugee camp: Thoughts about greeting

I answer hate with love,
I never lose my mind.
No matter what you look like,
Which color you have,
I will greet you with a smile.
I will say Hello to you.
And I never get tired.
Even after three years in the camp,
I will never grow tired,
of saying hello to a person,
that is crossing my path.
How could I pass you without saying:
Hello!
How are you?
Even if I'm shy,
and I surely am an introvert,
I will never grow tired of saying
Hello, and how are you?
They can't break my smile.
And guess what?
I always get a smile and a hello as an answer.
People won't hate me.
Because I make a difference.
I'm seeing you as a person,
that is crossing my path.
You may be an old woman with Hijab
and worries all over your face.
You may be an old man with no language,
just saying Salaam and answering with laughter and "Hello, hello".
You may be a young woman with a little child,
far away from your husband, maybe got raped.
You may be a young man, who had to leave his family back home,
insecure and without good friends here.
You may be a child,
laughing all over your worried face.
I don't mind, who you are.
The sun shines through you,
when I greet you,
and it reflects in my eyes,
when you smile back to me.
We connect.
With no effort.
Just caught up in humanity.
I love your smile.

Dienstag, 11. Februar 2020

Sure looks good to me

Ich fühle mich kraftvoll und gepusht. Ich lese wieder einmal: Bestätigung meiner Arbeit und meines Menschseins darin. Ich tue meinen Job gut, denn: dieses mal seien es die Iraker. Sie haben untereinander über mich gesprochen. Du erzählst: viele Leute mögen dich. Du bist freundlich, du bist eine Schönheit. Ich fühle mich gut, wenn ich ehrlich bin. Ich möchte nicht abhängig sein von solchen Komplimenten, wirklich nicht. Aber ich bin ehrlich, es ist schön, das zu hören. Ich bin am richtigen Ort.
Sie sagen, du bist hier nicht richtig. Es gibt zu viele schlechte Menschen um dich. Ich sage, nein. Ich glaube, ich bin hier genau richtig. Weil ich die Gabe habe, aus Menschen ihre beste Seite nach außen zu kehren. Ich denke das zumindest. Weil ich in Menschen gerne erst mal nur das Gute sehen oder entdecken will. Und ich daran glaube, dass dieser Plan aufgeht, wenn ich jeden Menschen mit der Würde betrachte, die er in sich trägt. Schenke Respekt und ernte Respekt. Es ist Teil meiner Arbeit. Es heißt nicht, dass es mir immer gelingt, jedem mit der gleichen Aufmerksamkeit und Fürsorge zu begegnen. Dafür sind es leider zu viele. Und das ist vielleicht am schwersten zu ertragen. Aber es ist mein Ziel. Nicht mich lustig machen, wenn jemand neben der Spur ist. Dieser Mensch ist immer noch da. Manchmal hält er sich nur gut versteckt. Oder er ist verletzt. Aber er ist immer noch da. Menschen haben eine weitere Chance verdient. Manches Mal habe ich Menschen getroffen, die fast oder die tatsächlich kriminell geworden sind, und die ihre Fehltritte bereut haben. Einige haben es im zweiten Anlauf geschafft, mit allen Kämpfen, die sie damit gegen sich selbst austragen mussten. Manche sind noch auf dem Weg. Ich glaube an Reue und Neubeginn. Ich glaube an Verstand und Herz und Bauchgefühl und Gewissen. Ich glaube aber auch, man muss lernen, Hilfe anzunehmen, wenn man die Wendung nicht alleine schafft.
Im nächsten Schritt habe ich selbst Hilfe angenommen. Es ging mir nicht gut, und ich habe mir Hilfe gesucht. Größte Baustellen? Nein sagen, Verantwortlich-Sein, Schuldgefühle, Abgrenzung, Selbstfürsorge. Selbstanerkennung. Umgang mit Komplimenten. Da sind wir wieder. Ich nehme mich an. Ich bin gut. Ich bin richtig. Ich bin am richtigen Ort. Mit allen Baustellen, die da noch auf mich warten mögen. Ich lasse sie kommen, mutigen Herzens.

Dienstag, 1. Oktober 2019

Grüne Blätter

Heute Nacht habe ich geträumt. Ich habe geträumt, dass ich in einem Friseursalon sitze und darauf warte, mir eine Frisur schneiden zu lassen. Eine besondere Frisur soll es sein, denn plötzlich steht da ein kleiner Junge neben mir, ein Sikh, mit einem Kopftuch, so wie es die Sikh tragen. Ich soll ihm Mut machen, sodass er sich traut, sich ebenfalls die Haare schneiden zu lassen. Ich bin verwirrt und fürchte mich mit einem Mal vor dem, was da auf mich zukommt.
Da wandert mein Blick zu meinen Füßen. Sie sind nackt, und da... da kommen grüne Ranken voller leuchtend grüner Blätter aus meinen Fußsohlen herausgewachsen. Ich bin ein bisschen erschrocken, aber zugleich ist mir, als sähe ich das nicht zum ersten Mal. Ich zeige sie der Friseurin. Sie lässt mich auf eine Liege niedersitzen. Danach nimmt sie eine Schere und beginnt damit, die Ranken abzuschneiden. Die Schere kratzt an meiner Haut entlang. Sie ist völlig unbeeindruckt. Sobald sie fertig ist, lässt sie mich alleine dort sitzen. Ich schaue meine Füße an. Dort, wo die Ranken herausgekommen waren, sind meine Füße aufgerissen und blutig. Haut lässt sich lösen. Mich schaudert. Meine Füße sind offene Wunden. Mir schießt durch den Kopf: die Blätter hatten meine Füße geschützt, solange sie da waren. Sie haben die Haut auf eine Weise vor dem Schmutz geschützt und davor, aufzureißen. Ich staune über den Selbstschutz meines Körpers: wie konnte er so klug sein, sich auf diese Weise selbst zu schützen? Nun habe ich diesen Schutz entfernt und riskiere eine Infektion.
Ich wache mit diesem Gedanken auf.Ich beginne direkt damit, nach Traumdeutungsseiten zu suchen und finde: für  manche ist der Traum, dass Pflanzen aus einem Menschen herauswachsen, ein Zeichen für dessen bevorstehenden Tod. Ich bekomme Angst, suche weiter. Ich finde nur: Füße, und Pflanzen. Woher kommt dieses Bild?

Samstag, 17. August 2019

Eure Stimme sein

Ich möchte eure Stimme sein. Eure Geschichten aufschreiben, eure Gesichter aus dem Anonymen der Großstadt heraus hervorheben. Ich fühle mich berufen, das zu tun. 

Ich beginne mit deiner Geschichte. Ein Mädchen, 14* Jahre war sie. Jeden Tag kam sie zu euch in den Hof, um deiner Mutter mit der Hausarbeit zu helfen. Ihr Vater wollte sie mit einem 40-jährigen T. verheiraten. Das wolltest du nicht. Sie war doch erst 14, flüsterst du. Erst 14! Ob ich mir das vorstellen kann. Weggebracht hast du sie, und musstest selbst fliehen. Du hast alles verlassen: Heimat, Eltern, deine jüngeren Geschwister. Du bist in der Fremde und kämpfst. Die Krankheit belastet dich. Du hast keine Kraft, du siehst zu Boden, deine Hände krampfen sich zusammen, als du im Türrahmen lehnst. Es soll dir nicht gut gehen, wenn es den anderen nicht gut geht. Zum Arzt willst du nicht. Alles dreht sich nur um deinen abgelehnten Aufenthaltsstatus.
Heute lebt sie, und es geht ihr gut. Sie hat einen guten Mann und einen guten Beruf angenommen. Sie lebt. Sie lebt. Sie lebt und es geht ihr gut. 
Sie haben meinen Vater getötet, gestern Nacht. Du sagst es ganz ruhig, und es überfordert mich, wie du so ruhig sein kannst. Immer hätten sie ihn nach dir gefragt. Irgendwann haben sie nicht mehr gewartet. 
Du hast das richtige getan, sage ich. Du hast das richtige getan. Und dein Vater auch.Und deine Mutter auch. Sie waren mit dir. Ich wiederhole es immer wieder, weil ich nicht will, dass du dir die Schuld gibst an seinem Tod. Er mag für dich gestorben sein. Aber ihr habt gemeinsam das Leben dieses Mädchens gerettet. Du hast sie gerettet. Und so viel verloren. Du hast das richtige getan. Du hast das richtige getan. Du hast das richtige getan. Mehr fällt mir nicht ein. Außer, dass es mir so unendlich leid tut. Ich trage das mit dir, ich lasse dich nicht allein. 
Sie werden mich auch töten, sagst du.Wenn ich zurück muss, werden sie mich auch töten. Was soll ich tun? Deine Augen schließen sich, deine Hände krampfen. Wieder. 

Mittwoch, 22. August 2018

Ich stelle mich

Ich stelle mich meinen Gefühlen. Oh ja, ich stelle mich der Trauer um deinen erneuten Verlust. Ich höre ein Lied, "Lost on you". Ich leide, denn es weckt die Gefühle, die aus mir heraus wollen und die ich versuche zu unterdrücken. Gefühle von Verlust, von Trauer, von verschmähter Liebe.
Ich habe die Worte meiner Freunde ignoriert und mich wieder mit dir getroffen. Ich habe wieder mit dir geschlafen. Ich habe mich selbst belogen und gesagt, hier gehe es nur um eine Freundschaft, eine Affäre, nachdem alles vorbei ist. Du hast dich auch belogen. Du hast gewünscht, wir sollten einander als Freunde erkennen. Direkt war das Lachen da, die romantischen Ausflüge ans Wasser, der gute Sex, das Zusammen Einschlafen, das Zusammen Aufwachen. Ich habe mich diesem Betrug hingegeben und habe doch ganz genau gewusst, dass ich mich wieder verlieren würde, dass ich mich wieder verlieben würde. Deine Eifersucht wurde wieder geweckt, deine Romantik genauso. Ich weine, wenn ich daran denke, wie wir in der Dunkelheit Wein tranken, Zigaretten rauchten und auf die Straße hinaus starrten, und die seltsamen Menschen dort unten beobachteten. Es war zu gut. Wir haben es kommen sehen und wir haben es doch nicht kommen sehen.
Ich habe mich gezwungen, mich hinzusetzen und das hier zu schreiben. Mein Herz ist taub. Es wehrt sich gegen den Schmerz. Möchte so schnell vergessen, sich in Arbeit, Serien, Urlaubsplanung verlieren. Ich sage zu mir: Nein. Ich bin mutig. Ich lasse diesen Schmerz zu, und zwar jetzt, wo er frisch ist. Ja, ich bin traurig. Ich vermisse deine Umarmung, jetzt gerade, so sehr. Du hättest mich ins Unglück gestürzt und ich dich auch, es hätte uns erneut um den Verstand gebracht. Du sagst, es hätte dich beinahe umgebracht, diese ganze Trennung. Ich sage, ja, das ging mir auch so.
Ich stelle mich den Gewehrkugeln, die deine Worte sind und lasse sie in mich hinein sausen. Ich spüre den Schmerz, wenn sie meine Haut durchbohren, in mein Inneres vordringen. Ich höre traurige Liebeslieder, die von Schmerz und Kampf handeln.
Ich hab dich wiedergesehen, und es war schön. Wie früher, nur freier. Ich hatte aber nie Interesse daran, eine platonische Freundschaft mit dir aufzubauen. Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mir das von Anfang an nicht vorstellen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gehofft, du hättest dich weiter entwickelt, und könntest mir jetzt den Freiraum lassen, den ich gebraucht hätte, damit das mit uns was hätte werden können. Es hat alles mit viel Zauber und Gelassenheit angefangen, zu schnell ist es wieder gekippt. Man sagt: Jedem Anfang ist ein Zauber ist inne, der uns berührt und der uns hilft zu leben. Vielleicht habe ich nur gedacht, das wäre ein Anfang. Wir wollten, dass es ein Neuanfang wird. Aber wir haben stattdessen verstanden, dass wir immer noch beide Gefühle für einander haben. Es ist zu früh, wieder aufeinander zuzugehen, so sehr mich diese Wahrheit auch zerreißt. Wir haben den Versuch gewagt und sind gescheitert, ich habe mir die Finger verbrannt. Wir haben die Warnungen verstanden. Ich liebe dich immer noch. Ich habe dich sehr geliebt. Alles ist wieder aufgebrochen, die Wunden bei dir, die Verlustangst bei mir.
Ja, ich schmerze und ich wünsche dir nur das Beste. Wir hassen einander nicht mehr, auch wenn das unser einziger Verdienst ist. Wir haben uns die Finger aneinander verbrannt. Jede Berührung schmerzt und erfüllt.

Donnerstag, 1. März 2018

Menschliche Maschine?

Heute war es wieder so weit. Der Film. Ich hatte nen Film, in dem sich meine ganze Anspannung und Beherrschung und Kontrolle entlud. Ich lies Emotionen frei, Frust, Hass, Unverständnis. Ich lehnte mich vor versammeltem Team gegen die Leitung auf, und dazu hatte ich nicht das Recht. Ich würde laut, weil ich glaubte, mir anders kein Gehör verschaffen zu können. Ich war so gefangen  in meiner Absicht, meinen Willen und mein Unbehagen preiszugeben, dass ich nicht mehr alleine aus meinem Film herauskam. Ich schämte mich später für diesen kontrollverlust vor dem ganzen Team. Viele klopften mir auf die Schulter und umarmten mich, sprachen mir gut zu. Wenn ich jetzt darüber spreche, kommen mir schon wieder die Tränen. Arbeite an deinem Gefühl von Nähe und Distanz, sagte meine Chefin später zu mir. Ich schluckte schwer an meiner Wut, und realisierte erschrocken, dass ich versucht hatte Chef zu spielen, wo es Aufgabe der Leitung gewesen war, Entscheidungen abzuwägen, und nicht meine.
Ich glazbe, dass mir Kontrolle über eine Situation und Klarheit von regeln in schwarz und weiß wichtig sind, weil ich in ihnen halt suche. Dass es Zwischentöne gibt, sehe ich als subjektiv verständlich, aber als anfällig für Missbrauch und als Zeichen von Unsicherheit. Ich will immerzu Klarheit, aber Klarheit ist im Umgang mit Menschen nicht möglich. Beziehungsaufbau widerspricht diesem von der Sache her, genauso wie das vertrauen dem widerspricht. Ich war schockiert, also die Durchsetzung von regeln mit Maschinen in Zusammenhang gebracht wurde. Bin ich hier gerade mit einer Maschine verglichen worden? Denke ich vielleicht selbst, dass ich funktionieren muss wie eine Maschine? Eine, die ihren Zweck erfüllt und brav ihre Arbeit tut, die nicht aufhört, ehe nicht alles unter Dach und Fach ist? Darf ich hier mehr Menschlichkeit zeigen und insbesondere sagen, ja, es ist mir zu viel, ich kann mit diesem oder jenem Menschen nicht? Ich bin dieser Aufgabe nicht gewachsen? Wie oft sage ich das eigentlich, und welche Rolle spielt mein Schuldbewusstsein dabei? Wie oft hindere ich mich selbst daran, auf mein Bauchgefühl zu hören und ihm zu vertrauen und Menschsein zu zeigen? Wie viel Mensch, wie viel professioneller muss ich sein?

Montag, 26. Februar 2018

Loslassen

Ich hab mir ein Buch gekauft, sagte sie. Es soll helfen, ihn loszulassen. Ich dachte zunächst, oh nein, nicht wieder so ein Ratgeber, von denen Bridget Jones zu viele gelesen hat, und doch alles schief geht. Aber vielleicht sollte ich aufhören, zu verurteilen.
Loslassen ist nicht leicht. Ich habe versucht, mich bei Fremden zu verkriechen, doch es wirkt nicht. Denn es sind keine Beziehungen, wie unsere eine war. Natürlich nicht. Ich bin auch nicht bereit. Ich habe irgendwo Halt gesucht, aber der Halt ist nicht der wie in einer Beziehung. Ich versuche mich festzuhalten, aber ich rutsche ab. Ich falle und lande wieder auf dem Boden der Tatsachen. Ich lande und sitze da, mit geknickten Flügeln, allein. Möglich, dass du Recht hattest. Ich habe eine Ausflucht gesucht und nicht gefunden, wonach ich gestrebt habe. Ein netter Mensch, ja. Aber einer ohne Zeit, ohne Halt, den er mir geben könnte. Ich reiße mich zurück und sage mir selbst: Lass los. Lass ihn los. Tritt einen Schritt zurück. Du hast zu früh gehandelt.
Ich habe den Halt gesucht, den ich bei dir hatte. Den ich auch nicht bei dir hatte, dann, wenn ich Angst hatte, dass du wegen eines neuen Streits unsere Beziehung hinterfragst und beendest. Ich hatte immer Angst, dass du den Schlussstrich ziehst. Und wieder bin ich im DU. Ich hatte auch Angst, Angst, dass es nicht aufgeht zwischen uns. Dass bei mir irgendwann der Schmerz und die Trauer und die Wut überwiegen. Aber wenigstens warst du, irgendwie, die ganze Zeit da. Auch mit deiner Wut, auch mit deiner Traurigkeit, aber auch mit deiner Freude, mit deiner Lust, mit deinem Lächeln. Du fehlst mir. Wir haben vermutlich die richtige Entscheidung getroffen, so wahnsinnig schmerzhaft sie auch ist und so schwer es jetzt auch ohne dich ist, denn du fehlst, wirklich, so sehr. Aber es war richtig.
Nein, mir geht es nicht gut. Mir geht es nicht gut, besonders in den Nächten, du fehlst mir. Wie lange wird dieses Vermissen noch andauern? Wie lange werden meine Blicke noch zu deinen dunklen Fenstern hinaufwandern jedes Mal, wenn ich an deinem Haus vorbeifahre? Loslassen, das ist schwer. Ich kann nur versuchen, nach mir selbst zu schauen, und zwar so, dass ich mich nicht mit Fremden einlasse, sondern auf mich selbst zugehe. Was will ich, wo will ich hin, was will ich tun?
Du fehlst mir, D. Spürst du das?