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Montag, 26. Februar 2018

Loslassen

Ich hab mir ein Buch gekauft, sagte sie. Es soll helfen, ihn loszulassen. Ich dachte zunächst, oh nein, nicht wieder so ein Ratgeber, von denen Bridget Jones zu viele gelesen hat, und doch alles schief geht. Aber vielleicht sollte ich aufhören, zu verurteilen.
Loslassen ist nicht leicht. Ich habe versucht, mich bei Fremden zu verkriechen, doch es wirkt nicht. Denn es sind keine Beziehungen, wie unsere eine war. Natürlich nicht. Ich bin auch nicht bereit. Ich habe irgendwo Halt gesucht, aber der Halt ist nicht der wie in einer Beziehung. Ich versuche mich festzuhalten, aber ich rutsche ab. Ich falle und lande wieder auf dem Boden der Tatsachen. Ich lande und sitze da, mit geknickten Flügeln, allein. Möglich, dass du Recht hattest. Ich habe eine Ausflucht gesucht und nicht gefunden, wonach ich gestrebt habe. Ein netter Mensch, ja. Aber einer ohne Zeit, ohne Halt, den er mir geben könnte. Ich reiße mich zurück und sage mir selbst: Lass los. Lass ihn los. Tritt einen Schritt zurück. Du hast zu früh gehandelt.
Ich habe den Halt gesucht, den ich bei dir hatte. Den ich auch nicht bei dir hatte, dann, wenn ich Angst hatte, dass du wegen eines neuen Streits unsere Beziehung hinterfragst und beendest. Ich hatte immer Angst, dass du den Schlussstrich ziehst. Und wieder bin ich im DU. Ich hatte auch Angst, Angst, dass es nicht aufgeht zwischen uns. Dass bei mir irgendwann der Schmerz und die Trauer und die Wut überwiegen. Aber wenigstens warst du, irgendwie, die ganze Zeit da. Auch mit deiner Wut, auch mit deiner Traurigkeit, aber auch mit deiner Freude, mit deiner Lust, mit deinem Lächeln. Du fehlst mir. Wir haben vermutlich die richtige Entscheidung getroffen, so wahnsinnig schmerzhaft sie auch ist und so schwer es jetzt auch ohne dich ist, denn du fehlst, wirklich, so sehr. Aber es war richtig.
Nein, mir geht es nicht gut. Mir geht es nicht gut, besonders in den Nächten, du fehlst mir. Wie lange wird dieses Vermissen noch andauern? Wie lange werden meine Blicke noch zu deinen dunklen Fenstern hinaufwandern jedes Mal, wenn ich an deinem Haus vorbeifahre? Loslassen, das ist schwer. Ich kann nur versuchen, nach mir selbst zu schauen, und zwar so, dass ich mich nicht mit Fremden einlasse, sondern auf mich selbst zugehe. Was will ich, wo will ich hin, was will ich tun?
Du fehlst mir, D. Spürst du das?

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