Wie ein Messer ins Herz,
so treffen mich deine Worte.
Geschrieben, nicht gesagt,
gesendet, nicht ausgesprochen.
Du triffst mich,
überraschst mich,
verwirrst mich,
lässt mich in Starre zurück.
Ich habe es nicht kommen sehen,
habe keine Zeichen erkannt,
habe mich offengelegt für dich,
Stück für Stück
meine Blütenblätter für dich entfaltet.
Ich sehe deine ersten Worte vor mir,
dass du mich gerne näher kennenlernen würdest.
Ich spüre die Aufregung am ersten Abend,
deine Wange an meiner beim Abschied,
erinnere mich daran, wie du mich festhieltest, damit ich nicht fiele in der Bahn.
Weißt du nicht mehr?
Wie du nach mir verlangtest und mich bei dir haben wolltest,
meine Absagen schweren Herzens akzeptiertest,
mit mir über die Zukunft redetest,
wohin es mit mir gehen solltest,
wie ich mir eine Beziehung, eine Ehe vorstelle.
Weißt du nicht mehr?
Wie du plötzlich meine Hand nahmst, als wir durch meinen Stadtteil liefen.
Wie du mir deine Lederjacke um die Schultern legtest, damit ich nicht frieren möge.
Wie du mich fragtest, warum ich dich nicht mal zu uns einladen wolle.
Wie du mir dein Lieblingslied vorspieltest, deine Hand an meine Hüfte legtest und lächeltest.
Wie du betetest und dich danach lächelnd zu mir umdrehtest.
Wie du mich zum ersten Mal an dich herangezogen und geküsst hast.
Weißt du nicht mehr?
Wie wir in die Bibliothek gingen, und du mich von hinten umarmtest,
während wir alte Bücherrücken betrachteten.
Wie wir Pläne schmiedeten und die Fantasie schweifen ließen.
Wie hätte ich es da erkennen können.
Dass es nicht gefunkt hat bei dir?
Wie sollte ich da verstehen.
Was geschehen ist zwischen uns?
Wie sollte ich deine Entschuldigung annehmen.
Wenn ich die Gründe nicht verstehen kann?
Wo habe ich mich geirrt?
Sag mir, dass du lügst, denn ich verliere den Glauben an mich.
Sag mir, dass es einen Grund gab.
Denn weißt du, es gibt eine Trauer,
die erfüllt nur die Liebenden.
Die habe ich lange nicht mehr empfunden,
aber du hast sie in mir geweckt.
Denn weißt du, es gibt ein Gefühl,
das gehört nur den Liebenden.
Ich habe es lange nicht wahrhaben wollen,
aber nun zeichnet es sich klar vor mir ab.
Denn weißt du, es gibt den Moment des Erkennens,
den erleben nur die Liebenden.
Und dann ist er da und erhebt sich aus dem Schmerz,
den du mir zugefügt hast.
Ich sehe diese kleine SMS, die in 100en Zeichen alles erklären soll.
Und verstehe doch nichts davon.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen