Die innere Stimme, wann höre
ich sie?
Translate
Donnerstag, 28. Juli 2016
Voice within
Können wir keine
Anarchisten sein, weil wir das Gesetz nicht genug lieben? Ja, oder
man könnte auch sagen: Wir können keine Anarchisten sein, weil wir
zu wenig das Gesetz achten, das in uns verankert ist. Wenn also alle
Menschen sich auf ihren Verstand und ihren Gerechtigkeitssinn
verlassen würden, wenn sie dafür also mehr in sich hinein lauschen
und ihrer inneren Stimme – Gott? - ihr Gehör schenken würden...
wenn sie mehr reflektierten... dann bräuchten wir niemanden, der mit
Macht Gesetze, festgeschriebene Gesetze durch Strafen durchdrücken
würde. Was aber bringt uns davon ab, auf diese Stimme zu horchen?
Der Verlust des Glaubens an Gott... das Wachsen von Gier und Lust auf
Unterhaltung... die Flucht vor sich selbst, hin in eine Welt der
Ablenkung. Nicht umsonst sagen viele: ich hasse es, alleine zu sein.
Dann kommen die bösen Geister wieder, ich mache mir Sorgen, meine
Ängste stürzen auf mich ein, Selbstzweifel befallen mich. Wir
fliehen vor uns selbst, weil wir Angst haben vor einer Konfrontation
mit unseren Gefühlen, vielleicht auch vor der inneren Stimme, die
uns unsere Schuld und unser Versagen in vergangenen Situationen
zutage bringt: wie konntest du mit vollen Taschen an diesem Bettler
vorbeispazieren, ohne ihm etwas abzugeben oder etwas Geld
zuzustecken? Warum hast du nicht die Türe aufgehalten für diesen
Menschen, der es so eilig hatte, in die Bahn zu springen? Warum hast
du nicht ehrlich gesagt: Ich werde nicht mehr telefonieren, wir haben
uns doch soeben alles erzählt, und ich habe Angst vor der Stille,
die entsteht, wenn wir uns nichts mehr zu sagen haben. Lass gut sein,
in einem Monat wird wieder etwas passiert sein, worüber man sich
berichten kann.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen