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Sonntag, 19. April 2015

Von Krügen und Scherben.

Du entgleitest mir. Ich erkenne dich nicht mehr wieder. Deine Fragen verletzen mich, weil sie andeuten, wie sehr dein Vertrauen auf mich längst zerbrochen ist. Ich suche den Fehler bei mir und finde doch keinen. Was ist da passiert zwischen uns? Wo hat es angefangen? Oder habe ich ihn nur die ganze Zeit nicht gesehen, obwohl er längst da war, der Bruch? Du greifst in die Leere und ich ziehe mich zurück von dir. Du sagst, du kannst nicht schlafen. Dass du mich vermisst. Ich will dir nicht entgegenkommen, ich habe so viel gegeben und nun bin ich müde. Ich weiß, aus mir spricht eine fremde Stimme, die jetzt nicht trösten will. Ich merke, wie ich mich hart stellen muss, um nicht wieder nachzugeben. Das bin nicht ich, will ich rufen. Aber du hast es ja herausgefordert! Ich will dir glauben, dass ja alles wieder okay und geklärt sei, fürchte mich vor dem drohenden Aus. Kann es das denn wirklich gewesen sein? M. tröstet mich, spricht von dir, als ob ich von einem gerade gestorbenen geliebten Menschen Abschied nehmen und in Dankbarkeit für die vielen Dinge, die du mir gezeigt und geschenkt hast, zurückschauen müsste. Ja, es klingt wie der Abschied von jemandem, den ich gerade verloren habe und nie wieder sehen werde. Alles in mir zieht sich zusammen und wehrt sich bei diesen Worten, nichts ist so schwer wie Gehenlassen. Plötzlich will ich um dich kämpfen. Herz gegen Kopf. Hat es Sinn? Oder ist es die Flucht davor, dir weh tun zu müssen und mich selbst ebenfalls zu verletzen? Die Angst vor der falschen Entscheidung, dem Entschluss zu einer Rückkehr in die Einsamkeit? Wenn die Beziehung zu dir als Scherbe aus dem Krug meines Lebens gebrochen wird und eine hässliche Narbe hinterlässt. Hat es Sinn?

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