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Donnerstag, 31. Dezember 2015
Silvester
In der Kirche Stromausfall. Solarlampen erleuchten spärlich den Raum. Die Bänke füllen sich, bei jedem neuen Lied drängen sich ein paar mehr Frauen und Männer in das Gebäude. Er sagt, seht ihr, manchmal, da habt ihr das Gefühl, jetzt, genau jetzt etwas tun zu wollen. Jemandem etwas bestimmtes sagen, einen Schritt in Richtung eines Ortes setzen, etwas neu erschaffen, jemandem helfen, mich bewegen zu wollen, schiebe ich in Gedanken hinterher. Ja. Und dann, dann tut es gefälligst, ruft er. Denn das ist der Moment es zu tun! Genau dieser Augenblick, in dem ihr den Impuls verspürt, der befiehlt und erlaubt es euch: Es zu tun, genau jetzt, und genau hier! Wartet nicht ab und sorgt euch, der Augenblick wird nämlich an euch vorbeiziehen, ungenutzt! Und sein Segen mit ihm, denn dieses Moment hat euch gehört, es war euch zugesagt, diesem Impuls zu folgen, und ihr habt gezögert! Warum? Ja, warum, frage ich mich still. Er fährt fort. Da gibt es Menschen, die stehen da, schütteln den Kopf, na, na, ob du das wirklich kannst? Ich wäre mir nicht so sicher. Vielleicht solltest du das nochmal überdenken. Und schau mal, kannst du das überhaupt? Und die Folgen... Und da ist er vorbei, der Moment. Meidet diese Menschen, sie tun euch nicht gut, sie bremsen euren Mut, sie bremsen eure Ideen, sie füllen euch mit Zweifeln, die ihr in diesem Moment wirklich nicht gebrauchen könnt, denn was ihr verspürt und wovon ich zu reden versuche, das sind die schöpferischen Momente, die mutigen und die erneuernden, die was vorantreiben. Menschen klatschen und jubeln. Sie singen und dann gehen auch die Solarlampen aus. Alles dunkel bis auf die zwei Kerzen. Plötzlich ein lodernder Lichtschein. Jemand hat die Zettel mit Fürbitten mit Kerosin überschüttet und angezündet. Menschen singen, manche trommeln den Maganda Rhythmus. Frauen binden sich Pullover um die Hüften und fangen an zu tanzen. Kreisen ihre Körper und ich betrachte die Schatten der Tanzenden, die das Feuer an die Wände wirft. Zwei Stunden vor Neujahr.
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